Kleine Fliesenkunde

von Joachim Pimmelberger

Reisebericht Nummer vierpunkteins

Dem kurzen Reisebericht aus Lissabon lässt Joachim Pimmelberger nun einige Bilder aus seiner Lieblingsstadt folgen. Sie sind einem Charakteristikum Lissabons gewidmet, das diese Stadt so detailverliebt, einzigartig, abwechslungsreich, bunt und verspielt wirken lässt: den omnipräsenten Fliesen, die dort ‚Azulejos‘ genannt werden. Klingt viel mehr nach Kunst als das deutsche ‚Fliese‘ – und das zu Recht. Gegen Ende des Mittelalters brachten die Mauren die Kunst des Fliesens nach Portugal und besonders viele und schöne Exemplare sind noch immer in Lissabon zu sehen. Sie zieren Paläste und Baracken, zeigen einfache symmetrische Muster wie auch riesige Mosaiken und gehören zur Geschichte der Stadt wie Erdbeben und Invasionen fremder Kulturen. Sie verdecken Verfall wie Make-up, versüßen Tristesse wie Fernsehen, präsentieren Kunstepochen wie Leinwand, zeigen Bilder wie Fotos, veredeln Villen wie Stuck und werden an Touris verkauft wie Postkarten.
Dank der Fliesen und vieler Details, die von der Zeit, dem Menschen oder dem Zufall geschaffen wurden, umgibt den fleißigen Fotografen in Lissabon eine Fülle an Motiven, die es sich festzuhalten lohnt. Joachim zeigt an dieser Stelle eine kleine Auswahl seiner Daten.

Advertisements