Auf und ab in Lissabon

von Joachim Pimmelberger

Reisebericht Nummer vierpunktzwei

Bei Joachims zweitem Besuch in Lissabon konnte die Stadt bestätigen, warum er sie seit einigen Jahren als seine Lieblingsstadt bezeichnet. Lissabon ist vielfältig, friedlich, voller Details, kleiner Gassen und großer Kontraste. Lissabon bietet kulinarische Spezialitäten, viele wunderbare Ausblicke auf die Mündung des Tejo, achterbahnartige Fahrten mit den gelben Kastenwagen der Straßenbahnlinie 28 und Fado-Musik in uralten Restaurants im mittelalterlichen Viertel Alfama. Die Geschichte Lissabons ist ebenso vielfältig wie ihr Stadtbild und kann bei einem ausgedehnten Spaziergang erkundet werden – gelebte Geschichte. Solch ein Spaziergang sollte regelmäßig unterbrochen werden, um wie ein Portugiese einen Galao oder Bica zu trinken. Lissabon ist weniger groß als man vermuten könnte, schnell fühlte sich Joachim heimisch und brauchte schon bald keine Karten mehr, da er sich immer selbst irgendwie orientieren konnte. Nett fand er es auch, mit der Fähre auf die gegenüberlegende Mündungsseite des Tejos zu fahren, dort die verlassene Kaistraße entlangzuspazieren, gebührend die Schönheit im Verfall ehemaliger Villen und Fischerhäuser zu bewundern und seinen Weg zu Jesus fortzusetzen. Dort oben, zu den Füßen des Sockels, auf dem Jesus steht, hat man den besten Blick auf Lissabon wie sie sich in pastellfarbenen Tönen auf die Hügel am Wasser schmiegt. Eine Sache ist dem Pimmelberger allerdings sauer aufgestoßen: Die Rua Augusta, die Amadeu im Buch Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier als schönste Straße Lissabons bezeichnet – und in der er auch seinen Tod findet – ist zwar durchaus prachtvoll, allerdings von Billig- und Ramschläden sowie von Restaurants geprägt, die mehr nach Touristenfalle als gutem Essen aussehen. Und des nachts konnte Joachim dort keine hundert Meter laufen ohne dass ihm ein windiger Straßendealer „smoke, shit, hash or cocain“ andrehen wollte. Unangenehm.
Sollte man einmal des Stadtlebens überdrüssig werden, bieten sich im nahen Umland Ausflugsziele an, die mit den günstigen Nahverkehrsmitteln schnell erreicht sind. In Cascais zum Beispiel kann man sich auf einen der kleinen Strände legen, in Sintra UNESCO-Weltkulturerbe in Form eines eklektischen Schlosses bewundern oder über die inegalen Stufen einer alten maurischen Burg stolpern, weil man seinen Blick nicht vom grandiosen Panorama über die Wälder und das Meer abwenden konnte. Wem die Latscher- und Liegerei die Laune vermiest, nimmt sich ein Surfbrett und steigt in die Bahn oder den Bus – die nächsten Strände mit surfbaren Wellen sind nicht weit.
Besonders erwähnenswert scheint Joachim die Fülle an Motiven zu sein, die es sich zu fotografieren lohnt. Er möchte in diesem Beitrag eine Auswahl seiner Fotos präsentieren, die er Ende Dezember in Lissabon aufnahm.

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