Hummeln sind auch Bienen

von Joachim Pimmelberger

Vor kurzem lernte Joachim, dass Hummeln eine Gattung der Familie der ‚Echten Bienen‘ darstellen. Bis dahin dachte er, dass Hummeln einfach nur mollige Insekten sind, die gerne Nektar mögen und eigentlich gar nicht fliegen können dürften. Wie hat er das herausgefunden? – er hat es bei Wikipedia gelesen. Und warum wollte er das wissen? – weil er sich für einen Gartenwettbewerb theoretisch und praktisch mit Bienen befasst hat.
Die Metamorphose seines gepachteten Stück Landes vom verwilderten Brachland zum naturnahen Schrebergarten ging im Jahr 2016 so gut voran, dass Joachim beschloss, an einem Gartenwettbewerb teilzunehmen, bei dem es um die Bienenfreundlichkeit des eigenen Gartens und Gärtnerns ging. Als Preis wurden vom zuständigen Landesgartenverband für den bienenfreundlichsten Schrebergarten sogar 250 Euro ausgeschrieben.
Erste Bedingung: Man muss Pächter eines Schrebergarten sein.
Zweite Bedingung: Eine Bewerbung für den Wettbewerb schreiben. Darin hob Joachim seine sanfte Art zu Gärtnern und all die Pflanzen in seinem Garten hervor, die Bienen anziehen. Von Tulpen, Apfelbaumblüte, Lupinen und Löwenzahn im Frühjahr über wilde Wicken, Topinambur, Borretsch, Brombeeren, Ringelblumen, Sonnenhüte und -blumen im Sommer bis hin zu Astern und Bienenbaum im Spätsommer/Herbst. Darüber hinaus hat sein Garten viele wilde Bereiche, in denen (wilde) Pflanzen wie sie wollen wachsen und blühen dürfen und Bienen viele Rückzugsräume finden können.
Dritte Bedingung: Die Beschreibung des Gartens muss der Jury gefallen – das war tatsächlich der Fall.
Vierte Bedingung: Die Jury kommt vorbei und begutachtet den Garten, was vor einigen Wochen geschehen ist. Joachim stellte den Herrschaften den Garten vor, bewirtete sie mit Kaffee und Bienenstich und beantwortete Fragen. Das war nett.
Fünfte Bedingung: Der Garten muss mehr Punkte sammeln als die ‚Konkurrenten‘. Punkte brachten zum Beispiel die Vielfalt einheimischer Stauden, die Maßnahmen, die getroffen wurden, um Bienen zum Beispiel Nistmöglichkeiten anzubieten und verschiedene Merkmale naturnahen Gärtnerns wie zum Beispiel die Verwendung von eigenem Kompost. Letztlich reichte es nicht für eine Platzierung unter den besten drei, aber der Wettbewerb motiviert Joachim, den Garten weiterhin zu verändern, weil er gemerkt hat, dass seine kontinuierliche Arbeit bereits viele Früchte trägt. Und das nicht nur im übertragenen Sinn.

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